Glaube und Wandel – Ein Kommentar zum Artikel „Wo sind die anderen?“ (19. Mai 2014)

Am 19. Mai veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel: „Wo sind die anderen?“. Er wurde lebhaft diskutiert, worüber ich mich sehr gefreut habe. Der folgende (neue) Kommentar muss m.E. als extra Artikel gepostet werden! Vielen Dank dem unbekannten (mir nicht bekannten) Kommentator „totom75“!

Hallo, ich stoße erst jetzt auf diese Seite, freue mich aber riesig über die offene Debatte.
Vielleicht reichen für die Zukunft keine freilaufenden Pfarrer/Innen aus. Schon die Wortwahl lässt vermuten, dass der jetzige Zustand mit irgendeiner Form von Gefangen sein zu tun hat.
Kirche wie wir sie kennen, ist doch nur ein frei gewählter Rahmen aus einer ganz bestimmten Zeit. Um ein Bild wieder neu interessant zu machen, bedarfs es vielleicht auch eines neuen Rahmens. Ich habe den Eindruck, dass oft eher am Rahmen festgehalten wird als am Bild. Dann fällt auch gar nicht mehr auf, wenn jemand den Inhalt übermalt, verändert oder gar ganz entfernt. Für mich spielt für meine Sichtweise das Bild vom elektrischen Strom ein wichtige Rolle. Ziel war es immer Strom anzubieten, damit man Licht, Wärme und Bewegung nutzen kann. Wie die Leitungen, Sicherungen oder Endgeräte aussehen, ist am Ende immer Geschmackssache und der ist wieder vom Trend der Zeit abhängig. Natürlich kommt der Strom auch durch die alten Leitungen, Sicherungen und etc., aber neben den Wenigen, die das auf lange Sicht immer noch gut finden, landen sie letztendlich im Museum. So wie wir heute neue Formen der Kommunikation, der Partnerschaften, der Mobiltät und und und haben, so braucht es auch andere Formen von “Kirche”. Ich setze es in Anführungszeichen, weil es in meinen Kopf so grundhaft belegt ist. Ich würde es Labor nennen. Dann hat es etwas Beständiges und gleichzeitig eine Hinweis auf die Suche nach Neuem.
Ich würde es auch Jahreszeiten nennen. Da steckt Wandel, Aufbruch, Sterben und Dürre mit drin.

So ist es. Alles Leben, auch das Glaubensleben, ist immer wieder Wandel und Aufbruch. Vielen Dank noch mal für diesen Beitrag!

Über DieTheologin

Christiane Müller, Jg. 1973. Ich war 12 Jahre lang Pfarrerin in der ELKB. Inzwischen arbeite ich freiberuflich als freie Theologin, Autorin und Beraterin und bin zur alt-katholischen Kirche konvertiert.
Dieser Beitrag wurde unter Quergedanken einer abtrünnigen Gemeindepfarrerin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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