Entschleunigung und Vertiefung

Ich befinde mich im vierten Monat meiner Beurlaubung. Und wenn das Ganze auch nur eine gute Seite hat, dann die: Ich entschleunige und vertiefe mich. Um ehrlich zu sein: Ich merke, dass ich mit der freiberuflichen Schiene nicht wirklich weiter komme, zumindest nicht im Moment. Und das auch gar nicht forciere. Ich habe Zeit. Welcher Luxus. Vermutlich ist gerade einfach anderes dran. Zum Beispiel, die letzten 12 Jahre im Pfarramt wirklich zu reflektieren und manches innerlich aufzuarbeiten. Klingt komisch, ist aber an manchen Punkten echt Arbeit.
Das Gute (nachträglich, aber immerhin) wertschätzend wahrzunehmen.
Und den Unmut über das weniger Gute zuzulassen.
Neue Fragen stellen. Mir selbst und anderen. Neue Gedanken denken und alte Gedanken wiederkäuen.
Mich, womöglich zum ersten mal nach Jahren, wieder intensiven Zeiten des Gebetes und der Bibellektüre zu widmen.
Kirche als „Außenstehende“ wahrzunehmen (obwohl ich das ja eigentlich nicht bin).
Zu hadern, zu zweifeln, zu hoffen.
Kurz, all die Dinge zu tun, die man eigentlich auch als Pfarrerin im Dienst tun sollte, aber viel zu wenig macht.
Und das Ganze nicht im Aktionismus zu ersticken.
Es dauert, so lange es dauert.
Der Heilige Geist weiß, was er tut.
Und wenn es am Ende nur ein oder zwei Sabbatjahre waren und NICHT der große Neustart ist es auch gut.
Es ist gut.
Es wird gut.
Solo Dios. Basta.

2 Kommentare zu „Entschleunigung und Vertiefung

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