Warum ist eigentlich alles, was mit echter Kommunikation zu tun hat, so furchtbar schwer?

Es könnte doch so einfach sein.
Wenn man jemanden mag sagen: „Ich mag dich.“
Statt irgendwie seltsam aus der Wäsche zu schauen und zu hoffen, dass der andere schon irgendwie meine Gedanken lesen wird.
Wenn man sauer ist sagen: „Ich bin sauer, weil….“
Wenn man seine Ruhe haben will sagen: „Mir ist das alles grade etwas zu anstrengend, könnten wir bitte morgen weiterreden?“

Mit Tieren ist das einfacher.
In diesem Moment grade lief mir die Katze über den PC und ließ sich schnurrend und sich an mich schmiegend auf der Armlehne nieder.
„Ich mag dich, hör mit der blöden Tipperei auf, ich will schmusen.“
Irgendwelche Fragen?
Nein.
Ich kraule sie.
Sie schnurrt.
Und wenn genug gekrault und geschnurrt ist, sucht sie das Weite.
Keine Missverständnisse.
Klar, man kann mit ihr nicht die Relativitätstheorie diskutieren.
Aber das kann man mit den meisten menschlichen Zeitgenossen auch nicht.

Ich glaube, das hat alles was mit dem Paradies und dem Sündenfall zu tun.
Damals ging das los mit der ganzen Schämerei und der Verstellung.
In dem Moment, in dem man meint, man wäre nicht gut genug, so wie man ist.
Dann geht der Eiertanz los.
Das Buhlen um ein wenig Zuneigung.
Das Vorspielen von Eigenschaften, die man nicht hat.
Tiere hatten übrigens keinen Sündenfall. Die leben noch im „Paradies“. Das macht es so einfach mit ihnen.

Gott hat damals bei der Schöpfung gesagt: „Es ist sehr gut.“
Alles ist sehr gut.
Aber Adam und Eva meinten: Nicht gut genug! Wir müssen klüger sein!
Wir brauchen Kleidung, um uns voreinander zu verstecken.
Und Kleidung reicht nicht, wir müssen uns voreinander verbiegen, um einander akzeptieren zu können.
Und Adam versteckt sich vor Gott im Gebüsch.
Da sitzt er heute noch.
Und im Zuge der Gleichberechtigung macht Eva es ihm nach.

Was für ein unglaublicher Blödsinn.

Ich glaube im Kern geht es um die Frage: „Bin ich liebenswert so wie ich bin?“
Gott sagt: „Ja. Siehe, es ist sehr gut.“
Ich will auch lernen Ja zu sagen.
Zu mir und zu anderen.

Über DieTheologin

Christiane Müller, Jg. 1973. Ich war 12 Jahre lang Pfarrerin in der ELKB. Inzwischen arbeite ich freiberuflich als freie Theologin, Autorin und Beraterin und bin zur alt-katholischen Kirche konvertiert.
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