Materie

Ich mag keine Materie.
Materie, das sind: Bügelwäsche. Staub. Dreckiges oder auch sauberes Geschirr. Rechnungen. Steuererklärungen. Schlicht und ergreifend DINGE!
Aber wir brauchen doch Dinge.
Ja.
Das ist ja das Problem.
Warum eigentlich?
Aber du bist doch selber Materie!
Ja! LEIDER!!
Die Gnostiker meinten, dass wir Seele sind, die im Körper gefangen ist.
Sozusagen zwangsweise inkarniert.
Und dass Materie eigentlich böse ist.
Wer schon mal zwei Stunden mit einem Papierstau im Kopiergerät gekämpft hat, wird das bestätigen.
Ob Materie böse ist, weiß ich nicht.
Ich würde eher sagen: Sie nervt einfach.
Sie bremst den freien Fluss der Energie und der Gedanken.
Sie schreit permanent: „Beachte mich! Mach was mit mir!“
Die Wohnung schreit: „Räum mich auf!“
Die Wäsche schreit: „Häng mich auf! Bügel mich! Flicke mich!“
Der Körper schreit: „Fütter mich! Geh aufs Klo! Trag Kompressionsstrümpfe!“
Permanent ist man dabei, Energie, Zeit und Nerven in DINGE zu investieren:
Dinge von A nach B zu räumen.
Und wieder zurück.
Staub zu saugen, der in drei Tagen wieder da ist.
Und die Küche zu putzen.
Und meine hat nicht mal eine Spülmaschine!

Die einzige Form von Materie, die ich wirklich mag sind: Bücher, Schreibzeug, Musikinstrumente.
Und Sachertorte.
Ach ja – und die Natur, weil die einen in Ruhe lässt und nicht schreit: „Räum mich auf!“

Ganz ehrlich: Ich freu mich auf die Zeit NACH dem allen (falls es dann noch „Zeit“ gibt.)
Und wehe, WEHE, man muss in der Ewigkeit dann immer noch auf´s Klo!

6 Kommentare zu „Materie

  1. Interessant. Geht mir weitgehend anders.

    Sicher und gut beschrieben finde ich nur Materie und Energie. Weitere Entitäten wie Information oder Geist oder Seele scheinen auf Materie oder Energie als Träger angewiesen und ohne Materie oder Energie nicht existent zu sein. Wenn ich in einen klaren Nachthimmel blicke, sehe ich ein erhabenes und gigantisches Schauspiel von Materie und Energie. Unter bestimmten physikalischen Bedingungen entstehen daraus spontan die Bausteine des Lebens, die innerhalb von Milliarden Jahren zu den heute bekannten Lebensformen weiter evolutionieren. Unsere Gene in Kombination mit Umwelteinflüssen und Erziehung bestimmen unser Verhalten. Gedanken und Gefühle lassen sich in zunehmendem Maße auf neuronale Vorgänge zurückführen.

    Begriffe wie Geist und Seele weisen im Vergleich dazu einen viel geringeren Härtegrad des Wissens auf, sind aber für die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen sinnvoll und hilfreich.

    Meine Vorstellungen von einem möglichen Leben nach dem Tod oder, besser gesagt, außerhalb der Zeit, die sich mit naturwissenschaftlichem Wissen irgendwie harmonisieren lassen, sind äußerst vage. Auf jeden Fall aber möchte ich nicht den Fehler machen, jetzt viel über ein Leben außerhalb der Zeit zu spekulieren und dann bzw. dort dem nachzutrauern, was ich dafür in diesem Leben versäumt habe.

    P.S.: Staubwischen und Bügeln mag ich allerdings auch nicht.

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