„Uns ist ein Kind geboren“

Ich mache im Advent eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Uns ist ein Kind geboren“. An vier Abenden, jeweils Mittwoch um 18.30 Uhr, nähern wir uns der Thematik des „Göttlichen Kindes“ an.

Das „göttliche Kind“ gehört zu den so genannten Archetypen nach C.G. Jung. Archetypen sind Seelenbilder, die Menschen unterschiedlichster Kulturkreise in sich tragen und die dann, je nach religiösem oder weltanschaulichen Hintergrund, sich in Geschichten, Legenden, Mythen Bahn brechen.

Vor diesem Hintergrund betrachten wir die Geburtsgeschichte Jesu (und wenn wir dazu kommen anderer großer Propheten wie Mose oder Mohammed).

Das klingt jetzt sehr abstrakt. Konkret werden wir uns einfach austauschen, miteinander Bibel- und andere spirituelle Texte lesen, Adventslieder singen und uns, vielleicht etwas anders als gewohnt, auf das Weihnachtsfest vorbereiten. Wir wollen mit dem „göttlichen Kind“ und mit dem Kind in uns in Kontakt kommen. Außerdem werden wir für Menschen und Situationen, die uns am Herzen liegen, beten/ den Segen Gottes erbitten.

Zeit: Mittwoch 2.12./9.12./16.12./23.12 um 18.30

Ort: Praxisgemeinschaft Mohrenstraße 9b, Coburg

Eintritt frei. Spenden willkommen und erbeten zum weiteren „Ausbau“ meiner Praxis.

1. Advent

Ein neues Kirchenjahr – und am 1. Advent vor einem Jahr war mein Abschiedsgottesdienst in St. Lukas. Dieses Jahr ist gerannt. Obwohl ich in der 1. Hälfte gar nicht viel gemacht habe, haben sich die Ereignisse in den letzten Monaten förmlich überschlagen und jetzt ist alles anders. Ist das Leben nicht manchmal wirklich seltsam, merkwürdig, komisch, überraschend, erschreckend? „So Gott will und wir leben“ sagen gläubige Leute, wenn es um die Planung der Zukunft geht, auch wenn es nur der morgige Tag ist.

Vormittags war ich in der Messe. Bei den „Römern“. Weil bei uns Alt-Katholiken mal wieder keine Messe war. Danach wollte ich eigentlich gleich in die Praxis und etwas tun, merkte dann aber, dass ich meinen Schlüssel wohl in der der Praxis vergessen habe und nicht rein komme. Also musste ich mich gedulden, bis viel später die Kollegin da war und bis dahin Adventskranz und Tee.

Seit gestern habe ich ziemliche Kopfschmerzen. Die sind sehr lästig. Außerdem hat der Wochenspiegel meinen Text für meine Adventsveranstaltung nicht gedruckt, was mich ziemlich ärgert. Ich bin auf die Printmedien angewiesen, auf die Homepage verirrt sich nur sehr selten jemand. Vermutlich spricht die sich erst herum, wenn ich meine ersten Klienten habe. Nun hoffe ich, dass morgen die beiden anderen Coburger Zeitungen mein Artikelchen drucken, weil ich fürchte, dass ich sonst am Mittwoch mit einer treuen Seele allein dasitzen werde.

Manchmal überkommt mich schon Unsicherheit. Wie soll das alles werden? Was ist, wenn? Und es gibt den Schwung des Aufbruchs. Beides. Ich glaube, das geht anderen auch so, wenn sie etwas Neues anfangen.

Aber das wiederum passt ja auch ganz gut zum Thema des Sonntags. Neues Kirchenjahr. Neue Anfänge. Und alles fängt irgendwie klein und unsicher an…

Einsetzende Verklärung

Heute, am Samstag vor dem 1. Advent, habe ich mir mal einen Ruck gegeben und bin in meine ehemalige Gemeinde zum Adventsbasar gegangen. Dort habe ich ein paar Plätzchen erstanden, weil ich heute Nachmittag Besuch hatte und es ja auch für einen guten Zweck ist. Der Erlös geht zum Teil an Brot für die Welt.

Die anwesenden Damen und Herren aus meiner ehemaligen Gemeinde haben sich glaube ich zum großen Teil gefreut, mich zu sehen. Das war eine gute Erfahrung. Und dann ging es los mit: „Ach schön dass Sie da sind. Weil SIE waren ja oft auch im Bastelkreis und haben mit uns einen Wein getrunken.“ Stimmt, habe ich. Und das sogar gerne. Und einen  kurzen Moment lang dachte ich: Schade, dass das jetzt vorbei ist.

Aber nur einen kurzen Moment lang. Nämlich so lange, bis wir zum Tagesordnungspunkt „Klatsch und Tratsch und jeder weiß was“ kamen – da war ich dann schlagartig froh, dass ich einen Cut gemacht habe. Aus der Ferne ist das ja alles ganz amüsant. Aber eben nicht, wenn man als Hauptperson Teil des Geschehens und Inhalt des Klatsches ist.

So zog ich nach eine halben Stunden zufrieden mit meinen Plätzchen wieder ab. Es ist gut wie es ist. Das Gute das war bewahren. Und ansonsten Neues beginnen.

Nachmittags kam meine Orchesterkollegin zum Tee (da haben wir die Plätzchen für den guten Zweck dann zufrieden verspeist). Nun brennt hier meine Kerze, ich trinke weiter Tee. Morgen geht’s in den Gottesdienst zum 1. Advent und nachmittags in die Praxis, wo noch viel getan werden muss (Streichen, Putzen, Einrichten….) – Und unterm Strich Zufriedenheit. Andventskranz2015

Singen

Heute hatten wir – Coburger Bachchor – Konzert: Monteverdi, Marienvesper. Ich bin erschöpft und sehr zufrieden. Geprobt haben wir seit Mai. Nun der krönende Abschluss. Ein gelungenes Konzert, ein wunderbares Ensemble und anhaltender stehender Applaus.

Eigentlich singe ich schon, so lange ich mich erinnern kann. Als Kind war ich in der „Sing – und Musikschule“, später Musisches Gymnasium, und dann Chor, eigentlich immer. Geige habe ich als Jugendliche eher widerwillig gelernt (auch wenn es mir inzwischen Spaß macht) – gesungen habe ich immer. Traditionell, klassisch. Anderes hat sich mir einfach nicht angeboten/erschlossen, aber ich fühle mich wohl mit dem, was ich singe.

Nach der Gymnasialzeit: Ein paar Jahre Münchner Bachchor, Hochschulchor, und dann, abgesehen von ein paar chorfreien Jahren, weiter: Kantorei, Coburger Bachchor…und vermutlich werde ich solange singen, wie es noch irgendwie geht.

Als Kind war Singen eine Art Therapie. Ich habe eigentlich immer vor mich hin gesungen, was mir gerade in den Sinn kam – irgendwie hat das wohl heilende Kräfte.

Manchmal wundere ich mich selber: Im Chor üben wir oft Monate lang für ein Konzert, das dann innerhalb von zwei Stunden vorbei ist. So viel Arbeit – für zwei Stunden! Eigentlich ist das irrational, es „lohnt“ sich ja gar nicht. Aber im Grunde ist ein Konzert nur so etwas wie der krönende Abschluss – der eigentlich Lohn der Chorarbeit besteht darin, Musik kennen zu lernen und so tief darin einzudringen, dass man das Stück danach in sich hat. Jedes Werk, das man über Monate erarbeitet hat, trägt man irgendwie in sich und kann es innerlich immer wieder abrufen (vielleicht nicht alle Details, aber doch Melodien, Klänge, Töne) – und das ist der eigentliche Schatz. Vorhin kam mir Frederick die Feldmaus in den Sinn, die den Sommer über Farben für den Winter sammelt. Ein bisschen ist Chorsänger sein wie Frederick sein, nur dass man keine Farben sammelt, sondern Klänge. Es kommt nicht so sehr auf das Konzert und den Applaus an, auch wenn das natürlich toll ist. Sondern auf den ganzen Prozess, sich etwas anzueignen. Und: An etwas beteiligt zu sein, das größer ist, als man selbst. Und auch: Das Gefühl mit Menschen verbunden zu sein, natürlich konkret mit denen, mit denen man singt. Aber auch mit vielen Generationen vor uns, die diese Werke schon gesungen haben und mit Menschen weltweit, die dieses Musik kennen und singen. Und das ist irgendwie ein tolles Gefühl.

Weihnachten entgegen lechzend

Noch nie, außer vielleicht vor 35 Jahren als kleines Mädchen, habe ich dem Advent und Weihnachten derart entgegen gelechzt wie in diesem Jahr. Zum einen sicher, weil ich diese Jahreszeit erstmals seit 12 Jahren ohne „gemeindepfarrerliche“ Pflichten erlebe und die Zeit einfach genießen kann. Zum anderen aber auch, weil die Welt momentan derart „schlimmen Lauf nimmt“, dass man jedes bisschen Licht, Freude, Gemeinschaft und Musik einfach genießen muss.

Ich kann mich nicht erinnern, mir jemals in der Woche vor Totensonntag schon Gedanken gemacht zu haben, welche Art von Adventskranz ich dieses Jahr will. Noch nie habe ich in dieser Woche schon Christbaumschmuck gekauft- genau genommen habe ich seit Jahren höchstens einzelne Teile neu angeschafft und ansonsten die roten Glaskugeln von IKEA an den Baum gehängt, die ich schon ewig habe. Dieses Jahr gibt’s neue Kugeln, preisgünstig aber quietschbunt. Ich brauche Farbe!

Außerdem Premiere dieses Jahr: Künstlicher Weihnachtsbaum. Weil ich das Teil nämlich, liturgisch inkorrekt, heuer schon in der Adventszeit aufstelle und sollte ich mich nicht total dran übersehen, bleibt der auch bis zum 2. Februar! Ja, das sind mehr als acht Wochen.

Ändert das was am Lauf der Dinge? Nein, natürlich nicht. Aber es hilft, die Hoffnung nicht zu verlieren. Insofern: Ein extra langer Advent ist eingeläutet, und mir ist auch dieses Jahr Wurst, dass Advent im Dezember ist. Totensonntag kommt erst? Etwas mehr Pietät bitte? Ich finde, Tod hatten wir jetzt irgendwie genug…

 

Wenn Worte fehlen

Dem ist nichts hinzuzufügen.

nicolesblog

Eigentlich wollte ich ja gar nichts über die Anschläge von Paris schreiben. Es wird schon genug darüber geschrieben und geredet. Aber jetzt kann ich nicht mehr anders, sonst „verjagt“ es mich.

Natürlich, alle sind erschüttert und betroffen. Alle verurteilen diesen Anschlag. Alle sind solidarisch mit den Opfern, mit Paris und mit Frankreich.

Natürlich bin ich auch erschüttert. Natürlich sind meine Gedanken auch bei den Opfern und deren Angehörigen. Aber nicht zu sehr. Ich muss mich auch innerlich schützen, um nicht vor lauter Empathie in einen Abgrund zu stürzen, aus dem ich nicht so schnell wieder herausfinde. Wenn ich in Trauer versinke, ist damit niemandem geholfen.

Erschüttert bin ich auch aus einem anderen Grund. Neben den schrecklichen Konsequenzen, welche diese Anschläge auf die direkt Betroffenen haben, werden sie unsere Gesellschaft verändern. Sie wird noch kälter, engstirniger, intoleranter und hasserfüllter werden. Die Tendenz zur Abschottung gegen alles Fremde und zum Ruf nach…

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Widersteht!

Sonderausgabe der Tagesschau. Nun warnt Frankreich vor „möglichen“ weiteren Anschlägen in „anderen“ europäischen Ländern.

Ja, alles ist „möglich“. Mit solchen Ansagen wird aber genau das erreicht, was IS und andere wollen: Verunsicherung, kopflose Reaktionen, eine Spaltung der Gesellschaft. IS und Gleichgesinnte versuchen, uns ihre Regeln aufzuzwingen. Die fühlen sich durch etwaige Bombenangriffe auch nicht bedroht, sondern bestärkt. Wir, sowohl als Gesellschaft als auch als Einzelne, stehen momentan in der Gefahr, nach deren Pfeife zu tanzen. Tut. Es. Nicht!!!

Lasst NICHT zu, dass Angst und Hass die Gedanken vergiften. Ich weiß nicht, wie lange ich es schaffe, mich diesem mentalen Sog zu entziehen. Aber ich habe den Beschluss gefasst: KEINE Angst und kein Hass! Vor und gegen niemanden. Sollte jemand mit geladener Waffe vor mir stehen, wird sich das wahrscheinlich ändern. SO realistisch bin ich auch. Ich bin nicht Jesus oder Franz von Assisi. Aber noch ist es nicht soweit und es ist auch unklar, ob es je soweit kommt.

Mitbürger, achtet auf eure Gedanken, denn sie werden zu Worten. Und achtet auf eure Worte, sie werden zu Taten!

Lasst euch nicht gegeneinander ausspielen. Muslime gegen Christen oder Einheimische gegen Flüchtlinge. Bleibt besonnen. Lest die Evangelien, vor allem die Bergpredigt. Wann wenn nicht in Zeiten wie diesen muss sich die Lehre Jesu und anderer großer Friedensstifter bewähren? „Liebet eure Feinde!“, das ist leicht dahin gesagt, so lange man keine Feinde hat.

Wer damit wenig anfangen kann, kann stattdessen das Grundgesetz meditieren oder die Erklärung der allgemeinen Menschenrechte. DAS ist es, wofür Menschen Jahrhunderte lang gekämpft haben, das dürfen wir uns nicht kaputt machen lassen.

Lebt euer Leben. Wittert nicht hinter jedem Busch den Teufel oder einen Terroristen. Geht auf andere zu. Redet. Trauert gemeinsam. Streitet, wenn notwendig und haltet die Werte hoch, die euch am Herzen liegen.

#prayforparis

#ParisIsAboutLife

#PrayfortheWorld

Warum ich keine Lust mehr auf die Theodizee-Frage habe

Immer, wenn so schreckliche Dinge wie die Anschläge in Paris geschehen, wahlweise auch Tsunamis, schwere Krankheiten, Todesfälle oder andere (persönliche) Katastrophen bekomme ich die Frage gestellt: Warum lässt dein Gott das zu?

Warum ich keine Lust mehr habe, auf diese Frage zu antworten: Zum einen, weil sie meistens von Leuten kommt, die sowieso für sich die Erklärung gefunden haben, dass es Gott nicht gibt. Warum will jemand, der der Ansicht ist, dass es Gott nicht gibt, denn eigentlich dann wissen, warum er es zulässt? Diese Frage ist doch dann nichts weiter als ein heiteres philosophisch-theologisches Gedankenspiel. Oder Provokation. Die ist doch so fromm, mal sehen, was sie dazu sagt… Dafür sind die Auslöser aber zu ernst.

Wenn diese Frage doch mal von jemandem kommt, der sich selbst als gläubig bezeichnet, stellt sich meistens heraus, dass das Gottesbild des Fragenden irgendwie sehr einseitig ist. Gott ist für den Fragenden so etwas wie eine Mischung aus Kaugummiautomat (Gebet rein, Erhörung raus) und Weihnachtsmann (harmloser älterer Herr, der ab und zu mal vorbei kommt, Wünsche erfüllt und „Ho, ho, ho!“ sagt – wenn ich grad keine Wünsche habe, brauche ich ihn nicht). Dann habe ich eigentlich auch keine Lust, über die Theodizee-Frage zu diskutieren. Ich bitte denjenigen dann, doch einfach mal die Bibel zur Hand zu nehmen und sich aus erster Hand zu informieren. Der Gott der Bibel ist kein Kaugummiautomat und kein Weihnachtsmann. Sondern er hat sich, für Christen auf einmalige Art und Weise, in Jesus von Nazareth offenbart. Und der hat bekanntlich unbequeme Dinge gesagt wie: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Er hat nicht die Frage beantwortet, warum es das Leid gibt. Sondern er hat es selber auf sich genommen. Im Blick auf den Gekreuzigten und Auferstandenen verstummt in mir die Frage nach dem Warum.

Jeder nun, der wirklich eine Weile mit diesem Jesus unterwegs war, begreift irgendwann: Es gibt in diesem Leben keine Antwort auf die Frage nach dem Warum des Leides. Es gibt aber einen, der mit mir da durch geht. Besonders eindrucksvoll vor einigen Jahren in einem Hospiz. Ich machte, damals noch Pfarrerin, meine vorweihnachtlichen Besuche bei den Kranken aus meiner Gemeinde. Schwer Kranke, vom Tod gezeichnete Menschen. Da war ein Mann um die 40 Jahre mit Kehlkopfkrebs, der nicht mehr sprechen konnte und aufgrund der Metastasen wusste man, dass er wirklich nicht mehr lange zu leben hat. Wir haben uns unterhalten, mittels Ja/Nein-Fragen und Handzeichen.

„Wie viele Kinder haben Sie?“

Er strahlt und hält die Hand mit drei ausgestreckten Fingern in die Luft. Sie werden ihn an Heilig Abend alle besuchen, die ganze Familie wird auf der Station Weihnachten feiern….feiern? Kann man feiern sagen in so einer Situation? Jedenfalls strahlte sein Gesicht vor Vorfreude.

„Und haben Sie denn einen Glauben?“

Er nickte heftig, wiederum strahlend, und deutete auf ein Kruzifix, das an der Wand gegenüber seinem Bett hing. Ich habe ihn dann gesegnet.

Etwa eine Woche später habe ich erfahren, dass er am 2. Weihnachtsfeiertag gestorben ist.

Macht die Frage: „Warum lässt Gott das zu?“ denn da irgendeinen Sinn? Ich glaube nicht. Dieser Mann hatte seinen Frieden mit Gott und sogar mit seiner Krankheit. Ich hoffe, dass ich einmal so sterben kann.

Auch im Blick auf Paris macht die Frage, warum Gott das zulässt, wenig Sinn. Hat Gott diese Leute erschossen? Er hat den Menschen Freiheit zum Guten und zum Bösen gegeben.

Es geht nicht darum, warum Gott etwas zulässt. Sondern es geht darum, dieses Leben in seiner ganzen Fülle zu leben und sich zum Guten zu entscheiden, wo immer das möglich ist. Und dabei, trotz allem, im Vertrauen auf den Gott, den Jesus uns verkündigt hat, das zu tun, was notwendig ist, um Leid und Elend zu lindern.

Was heißt das im Blick auf Paris?

Mit den Angehörigen trauern, für sie beten (mehr kann ich aus der Entfernung eh nicht tun). Mich weiterhin für Toleranz, Miteinander und den interreligiösen Dialog engagieren. Nicht mitmachen, wenn nun andere beginnen, die Angehörigen einer ganzen Religion über einen Kamm zu scheren. 99 Prozent aller Muslime sind keine Attentäter. Mich selbst in Gott verwurzeln und aus dieser Verwurzelung leben und arbeiten.

Paris

Keine profunde Analyse. Nur ein paar lose Gedanken.

  1. Ich will auf mein Herz und meine Gedanken achten. Ereignisse wie diese tendieren dazu, Hass und Rachegelüste hervorzurufen, was allzu menschlich ist. Aber damit räume ich den Terroristen so etwas wie Macht über meine Gedanken ein. Das ist nicht gut.
  2. Wenn man eh nicht helfen kann, ist Beten vielleicht das einzige, was hilft. Zumindest, um dem Hass nicht noch mehr Raum zu geben.
  3. Ich befürchte, dass es nun gegen Flüchtlinge geht. Dabei fliehen die meisten von ihnen vor genau solchen Verhältnissen in ihrer Heimat. Nur dass viele von ihnen es täglich erlebt haben, für uns ist es zum Glück (noch) eine einzelne Katastrophe.
  4. Nein, ich bin keine Expertin für den Islam, das Thema ist sehr komplex und diese Religion ist kein einheitlicher Block. Es gibt gewaltbereite Fundamentalisten und sehr liberale Moslems und es gibt alles dazwischen. Ich weigere mich, die Anhänger einer Religion über einen Kamm zu scheren.
  5. Pegida, AfD und Co haben NICHT die Antworten.
  6. Ich habe mich vor vielen Jahren entschlossen, mich an Jesus zu orientieren. Und das heißt immer, Wege zu Frieden und Versöhnung zu suchen.
  7. #prayforparis und feiert das Leben. Jetzt erst recht.

Schlüssel – und Start!

Es geht voran. Ich habe seit gestern einen Schlüssel für meinen künftigen Praxisraum (der Teil einer Wohnung ist, die ich mit einigen Mitstreiterinnen als Gemeinschaftspraxis nutze). Momentan wird noch renoviert. Gestern standen wir etwas fassungslos in der Küche. Der Trockenbauer hat aus Gründen einer Logik, die uns nicht einleuchten will, sämtliche Anschlüsse (Herd, Spüle, Elektrik) hinter irgendwelchen Gips- oder sonstigen Platten verbaut. Rätsel des Alltags. Aber er wird das sicher wieder funktionsfähig machen. Hoffen wir.

Jedenfalls sagte die Vermieterin uns heute zu, dass alles bis zum 23.11. fertig sein wird. Dann können wir eine Woche lang unser Ding machen und ab Anfang Dezember anfangen, auch wenn manches sicher noch provisorisch ist.

Eigentlich wollte ich mein offizielles Programm erst im Januar starten. Nun werde ich wohl in der Adventszeit noch irgendein meditatives Angebot ansetzen. Eine Lichtfeier. Oder einen Vortrag über die tiefenpsychologische Bedeutung von Weihnachten – der Archetyp des göttlichen Kindes. Da freue ich mich schon drauf, das wird sicher noch mal komplett andere Leute anziehen, als die „normalen“ Weihnachtsfeiern und Weihnachtsgottesdienste.