Die zufriedene Theologin und die Autobahnauffahrt aus der Hölle

Momentan bin ich einfach sehr zufrieden. Gut, ich hatte grade eine horrende Rechnung für eine Autoreparatur. Und dass ich von meiner Freiberuflichkeit „leben“ kann, kann man auch noch nicht behaupten. Aber es geht voran. Vor allem geht es voran auf der A 73 in Richtung Erfurt und Suhl. Zum einen, weil ich nun doch schon etliche Trauerfeiern in Thüringen halten durfte. Zum anderen, weil sich auch andere, erfreulichere Anlässe langsam ergeben. Zum Beispiel ein Taufgespräch in der Gegend von Eisfeld übermorgen. Ich bin also durchaus zufrieden, es wird.

Nur eins treibt mir in letzter Zeit fast täglich den Angstschweiß auf die Stirn, und zwar die Autobahnauffahrt von der B4 auf die A73. Ich weiß nicht, wer die gebaut hat. Aber in meinen Rachefantasien stelle ich mir vor, dass der Betreffende in der Ewigkeit dazu verurteilt wird, sie selber so oft zu fahren, wie zu Lebzeiten Menschen sie befahren mussten. Eine wirklich saumäßig enge nicht enden wollende Kurve, die ich mit meiner alten Rostbeule mit höchstens 50 km/h durchfahren kann. Kein Einblick in die Autobahn, bis man auf dem Beschleunigungsstreifen ist. Und dann ein ziemlich kurzer Beschleunigungsstreifen, über den man schon halb drüber ist, bevor man sich überhaupt optisch orientieren konnte, was eigentlich auf der Fahrbahn los ist und wann man rüber ziehen kann. Das Ganze dann noch garniert mit 2-3 LKW. Näher mein Gott zu dir…

Abgesehen von diesem Unbill habe ich aber das Gefühl: Ich bin genau am richtigen Platz. Ich kann genau das tun, was mir wirklich liegt. Die Menschen nehmen es gern an und bezahlen dafür. Ich kann mich in das was ich tue voll rein geben, aber da es einzelne Aufträge sind, kann ich mich auch wieder davon lösen. Und so werde ich, auch wenn ich noch nicht davon leben kann, hoffentlich jeden Monat etwas weniger von meiner Rücklage entnehmen müssen.

Ich bin echt gespannt, was sich da noch alles auftun wird.

Über DieTheologin

Christiane Müller, Jg. 1973. Ich war 12 Jahre lang Pfarrerin in der ELKB. Inzwischen arbeite ich freiberuflich als freie Theologin, Autorin und Beraterin und bin zur alt-katholischen Kirche konvertiert.
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3 Antworten zu Die zufriedene Theologin und die Autobahnauffahrt aus der Hölle

  1. bécassine schreibt:

    eine bayrische pastorin als wanderarbeiterin in thüringen,
    spannende entwicklung…

    auch wenns unsportlich ist, aber kannst du diese grausame auffahrt nicht irgendwie umfahren?

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    • DieTheologin schreibt:

      ja ich versuche grad meiner NaviApp eine strecke ohne Autobahn zu entlocken. Geht auch. Bundesstraße läuft fast parallel, zurück ist Autobahn ok, die entsprechenden Auffahrten in der Gegenrichtung sind alle besser einsehbar.

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  2. Nicole schreibt:

    Gott behüte dich auf der Autobahnauffahrt und auch sonst im Leben.

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