Trotzdem!

Diese Kar- und Ostertage habe ich wirklich sehr intensiv erlebt. Bewegende Gottesdienste. Dabei immer der Grundklang dessen, was die Welt momentan bewegt: Terror, Krieg, so vieles das der Osterbotschaft zu spotten scheint.

Die Welt ist in Karfreitagsmodus. Die Verräter, Pilatusse, die groben Soldaten, die den Schwächeren schänden und verhöhnen sind allgegenwärtig. Viele werden an Kreuze genagelt. Im wörtlichen Sinn oder im übertragenen Sinne.

Auf der anderen Seite endet die Geschichte eben nicht am Karfreitag. Was viele als Mythos abtun, haben die Jünger damals und viele nach ihnen bis zum heutigen Tag als existentiell und das Leben verändernd erlebt: Er ist auferstanden und lebt mitten unter uns. Sehr viele tun den christlichen Glauben als realitätsfremd ab. Ich persönlich wüsste aber nichts, was der Welt mehr Hoffnung und mehr Mut zum Aufstand gegen die Macht des Faktischen verleiht, als der Glaube an den Gekreuzigten, der auferstanden ist und lebt. Es geht dabei nicht um Dogmatik. Es geht um die Frage: Glaube ich dass der Tod, die Zerstörung, die menschliche Willkür das letzte Wort haben? Oder glaube ich, dass das Leben am Ende siegt, dass die Liebe stärker ist als der Hass, dass am Ende Licht und Liebe sind und nicht endloser Schmerz, Finsternis oder einfach nur Nichts.

Eine Wandinschrift: „Gott ist tot. Nietzsche.“

Zusatz: „Nietzsche ist tot. Gott.“

Noch ein Zusatz: „Tote reden nicht. Django.“

Jesus redet sehr deutlich. In seinen Worten in der Bibel und in vielen vielen Menschen, die nach seinem Vorbild glauben, hoffen und lieben. Also ist er eben nicht tot. Menschen erleben die verändernde Kraft seiner Botschaft bis heute. Der auferstandene Jesus soll zu seinen Jüngern gesagt haben: Ich lebe und ihr sollt auch leben.

Und sollte das ein Irrtum sein, dann irre ich mich lieber zugunsten eins erfüllten und innerlich reichen Lebens, als vor einer Realität zu verstummen, in der der Tod das letzte Wort hat.

Über DieTheologin

Christiane Müller, Jg. 1973. Ich war 12 Jahre lang Pfarrerin in der ELKB. Inzwischen arbeite ich freiberuflich als freie Theologin, Autorin und Beraterin und bin zur alt-katholischen Kirche konvertiert.
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2 Antworten zu Trotzdem!

  1. Der Emil schreibt:

    (Ich kenne noch einen Zusatz. „Django konnte nie schreiben. Chuck Norris“)

    Ich bin immer einer der Zweifler gewesen ob der (körperlichen) Auferstehung (oder ob des Todes am Kreuz). Das Weiterleben als Idee in den Menschen allerdings, das habe ich nie bezweifelt. Ostern ist das Fest, mit dem (m)ich am wenigsten verbinde(t); ich mag keine Osterdeko, keine Osterfeiern, nichteinmal Gottesdienste, höchstens die Osterfeuer. Und Osterhasen auch nicht.

    Warum? Tja …

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