1. Advent

1adventAm vergangenen Sonntag durfte ich die Adventszeit mit einer freien Taufe in einer Kapelle auf einem nahegelegenen Schloss einläuten. Das Taufkind Leni verdeutlichte allein durch seine Anwesenheit das Jesuswort „Lasset die Kinder zu mir kommen, den solchen gehört das Reich Gottes“. Danach war ich noch bei der Familie zum Essen eingeladen und habe dann abends zur eigenen Erbauung eine Messe in modernerer Form besucht, nach der es zu meiner Freude noch Glühwein und Lebkuchen gab.

Sehr dankbar zündeten wir danach noch privat die erste Adventskerze an und genossen den Abend sehr geruhsam. Mal ohne Tatort. Dafür Fotoalben betrachtend.

Was ich mir für den Advent vornehme: Mehr Qualitätszeit. Mehr lesen, statt Fernsehen. Mich mental vorbereiten auf das kommende Jahr, das wieder viel Neues mit sich bringen wird.

Auch euch wünsche ich einen schönen und gesegneten Advent.

 

Totensonntag/ Ewigkeitssonntag/ Christkönig

Drei Bezeichnungen für denselben Termin, nämlich den vor uns liegenden Sonntag. Den letzten Sonntag im Kirchenjahr. „Totensonntag“ ist als Wort zwar traditionell (evangelisch), aber nicht wirklich erhellend. „Ewigkeitssonntag“ ist die „korrekte“ evangelische Bezeichnung. Zwar wird auch der Verstorbenen gedacht („Totensonntag“), aber eben im Licht der Auferstehung und des ewigen Lebens („Ewigkeitssonntag“) und außerdem geht es natürlich um den etwas sperrigen Satz im Credo von der „Wiederkunft Christi“ und der Vollendung der Welt. Eben die ganz großen theologischen Schinken.

Katholisch heißt derselbe Sonntag „Christkönigssonntag“. Auch hier geht es um die Wiederkunft Jesu und um die Vollendung der Welt. Der mit Dornen gekrönte Gekreuzigte kommt wieder als König und gerechter Richter.

Sowohl evangelisch als auch katholisch sehr „alte“ Bilder, mit denen viele wohl nichts mehr anfangen können. Und als solche sollte man solche theologischen Aussagen auch begreifen, als Bilder. Bilder, die einem vielleicht erst mal fremd sind, die aber ihre Bedeutung durchaus entfalten können, wenn man sie länger betrachtet. Letztlich geht’s um unsere Sehnsucht nach Vollendung, nach einer Gerechtigkeit, die am Ende doch siegt, es geht um die Sehnsucht, dass mit diesem Leben nicht alles vorbei ist, Sargdeckel zu und das war´s. Es geht darum, dass da einer ist, der letztlich doch alles „richtet“. Ein Wort, mit dem der Süddeutsche sich wohl leichter tut als der Norddeutsche. Etwas richten heißt hier nämlich einfach: Wiederherstellen, reparieren, einen Schaden gut machen.

Für mich und meine Chorkollegen bedeutet Ewigkeitssonntag zudem schon seit Jahren: Konzertwochenende. Meistens singen wir etwas Ernsteres, das der Bedeutung des Tages gerecht wird. Diesmal das Deutsche Requiem von Johannes Brahms und ein kürzeres Stück von Reger, auch ein Requiem. Immer wieder eine würdige Art diesen Tag zu begehen und irgendwie auch gesungener Gottesdienst.

Voradventliche Adventskranzgedanken…

Alle Jahre wieder bei mir die Frage: Wie mache/dekoriere/wo kaufe/kaufe ich überhaupt dieses Jahr meinen Adventskranz? Zugegeben, angesichts der weltpolitischen Gesamtlage eher eine marginale Frage. Da ich aber den Advent liebe und mich am Glanz von Kerzen freuen kann wie ein Kind, eben doch eine Angelegenheit, in die ich jedes Jahr etwas kreative Energie investiere.

Zunächst mal: Ich bin, was solche heimischen Liturgiehilfsmittel betrifft, eher konservativ. Silberne, goldene oder giftgrüne Kerzen auf dem Adventskranz kommen bei mir eher nicht an.

Ich schwanke zwischen folgenden Optionen: Vier rote Kerzen. Ganz traditionell, und nach meiner Beobachtung eher im evangelischen Bereich verwendet. Der Adventskranz geht ja auf eine Erfindung eines großen Protestanten zurück, Johann Hinrich Wichern und die Kerzen auf dem Ur-Adventskranz waren nun mal für die Sonntage weiß und für die Wochentage im Advent rot (ja, auf Wicherns Ur-Adventskranz waren noch deutlich mehr Kerzen).

kranzwichern

 

Streng genommen müssten auf der abgespeckten evangelischen Wohnzimmerausgabe des Adventskranzes demnach eher weiße Kerzen brennen – halt die ursprünglichen Sonntagskerzen. Finde ich aber nicht so schön.

Andventskranz2015

In Skandinavien, mehrheitlich protestantisch geprägt, haben sich die Farben Rot und Weiß beim Adventskranz gehalten. Allerdings findet man hier fünf Kerzen. Vier rote für die Adventssonntage und eine weiße für den Heiligen Abend.

Die katholische Variante des Adventskranzes sieht in der Regel violette Kerzen vor. Violett ist die Farbe der Umkehr und Buße und die liturgische Farbe des Advents. Denn der war ursprünglich eine Fasten- und Vorbereitungszeit auf Weihnachten hin und die liturgische Farbe dieser Wochen ist violett. Wie man beim Besuch von Adventsgottesdiensten leicht an den entsprechend gestalteten Paramenten (= Stoffbehänge an Altar und Kanzel) sehen kann.

adventskranzkatholisch

Ganz ausgefuchste Liturgiker bevorzugen beim Adventskranz die Variante: Drei violette und eine rosa Kerze. Denn streng genommen ist die liturgische Farbe des dritten Adventssonntags rosa und nicht violett. Der Name des Sonntags lautet „Gaudete“, was soviel heißt wie „Freut euch!“ – daher die launige rosa Farbe.

Da ich mich nie entscheiden kann, geht bei mir heuer der Trend zum „Zweitkranz“. Wobei es bei mir eh keine echten Kränze sind, sondern ein dekorierter Kerzenteller und ein Metallgestell für vier Kerzen, das entsprechend mit Tannengrün dekoriert wird. Dieses Jahr: Einmal vier rote Kerzen. Und einmal die violett-rosa Variante. Da kann ich dann zwischen beiden Gebinden hin und her laufen und mich meiner ökumenischen Verbundenheit erfreuen.

Einfach weiterstricken

Seit einigen Wochen fröne ich wieder einem lange vernachlässigten Hobby. Ich stricke Socken. Das erste Paar – in Dunkelblau – ziert bereits die Füße des Freundes.

sockenblau

Gestern begann ich dann mein 2. Paar. Mit dicker Wolle. In bunt.

sockenbunt.jpg

Und während in den USA der Horrorclown zum Präsidenten gekürt wird, wird der erste bunte Socken fertig. Proteststricken. Keep calm and knit socks, oder so.

Bis mich ein Freund drauf aufmerksam machte, dass in jedem Strumpf ein Trump lauert. Oh Mann. Wenigstens ist er gut eingestrickt.

Herrje.

Verzeiht, ich stehe zu sehr unter Schock um das Geschehen in den USA fundiert zu kommentieren. Ist noch Eierlikör da?