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Geschützt: Zeit der Extreme

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Was man tut….

Vor einigen Wochen kam ich unverhofft zu einem Schreibauftrag für eine kirchliche Arbeitshilfe. Herausgeber ist die Bildungseinrichtung einer anderen Landeskirche. Thema sollte sein: Was man (nicht) tut.

Sehr schön, endlich mal wieder ein Auftrag! Obwohl ich mich momentan durch Schwangerschaft und Chemotherapie eher ausgelutscht fühle, habe ich es die letzten Tage tatsächlich geschafft mich hinzusetzen und loszulegen. Es tat gut, mal wieder was zu schreiben.

Was man (nicht) tut – Stimmen aus der Kindheit wurden wach:

„Wenn man etwas geschenkt bekommt, sagt man danke, und wenn es ein Stück Scheiße ist!“

„Man regelt seine Angelegenheiten selbst, familienintern, andere geht das nichts an.“

„Man redet über bestimmte Dinge nicht, schon gar nicht öffentlich.“

„Man lässt andere in Ruhe.“

Vermutlich hat jeder so seine Introjekte (verinnerlichte Stimmen, die noch im Erwachsenenalter den Kurs vorgeben, wenn man sich nicht bewusst macht, wo sie herkommen und sie einer gründlichen Revision unterzieht).

Zu dem was „man“ nicht tut kommt dann auch noch, was „frau“ nicht tut:

„Der Mann macht immer den ersten Schritt!“

„Sei bescheiden, sittsam und rein. Wenn ein Mann auf den Tisch haut, dann ist er durchsetzungsfähig, wenn du es tust, bist du eine blöde Emanze, die nie einen Mann abkriegen wird!“

„Kleide dich elegant-feminin. Aber ja nicht aufreizend.“

„Liege dem Partner nicht auf der Tasche, geh aber als Mutter auch nicht arbeiten.“

Und so weiter, und so weiter. Wenn man tut, was „man“ tut, hat man es jedenfalls ziemlich schwer. Und man bringt sich vor allem um die Erfahrung, was wirklich passiert, wenn man nicht mehr tut, was „man“ tut.

Der Schritt vom „man“ zum „ich“. Riskant. Aber lohnend.

Geschützt: Platz schaffen und rückblicken

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Ein paar Gedanken über einen verloren gegangenen Konsens

Ein katholischer Priester postete gestern auf Facebook sinngemäß: Einer seiner Sternsinger habe ein Foto von der Sternsingergruppe auf Facebook gepostet, ohne „Mohren“ (die Kinder waren einfach als Heilige Drei Könige verkleidet, aber keiner war schwarz geschminkt). Daraufhin ergoss sich eine Flut übelster rassistischer Kommentare. Zum Teil wohl wegen des fehlenden „Mohren“. Ich vermute leider, dass die Kommentare mit „Mohr“ noch übler ausgefallen wären – aber sei´s drum.

Aus mehreren Gründen finde ich diese Reaktionen verstörend.

Erstens: Hier haben Kinder aus innerer Überzeugung und weil sie für einen guten Zweck sammeln wollten (die Sternsingeraktion fördert diesmal Projekte gegen Kinderarbeit in Indien) ihr letztes Ferienwochenende „geopfert“, sind bei miserablem Wetter von Haus zu Haus gezogen, haben dadurch und auch durch die auffällige Verkleidung gezeigt, wer sie sind und wofür sie stehen – zu recht stolz postet einer ein Foto. Und erntet dafür weder Anerkennung noch Solidarität, sondern einfach nur rassistische Kackscheiße. Irgendwann war es glaube ich mal gesellschaftlicher Konsens, Kinder und Jugendliche zu bestätigen und zu fördern, wenn sie sich für andere, Benachteiligte einsetzen. Das fiel so in die Kategorie: Kindern Werte mitgeben, ihnen Anstand beibringen, ihnen einen Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen, ihr Selbstvertrauen fördern. Heute ernten viele engagierte Kinder und Jugendliche Häme, wenn sie sich für andere einsetzen, sei es in der Kirche oder in Vereinen – man bezieht keine Stellung mehr, das ist „uncool“ – und zu dieser Haltung tragen denke ich auch viele Erwachsene ihren Teil bei, die sich längt selbst aus gesellschaftlichem, kirchlichen oder politischem verabschiedet haben.

Zweitens: Irgendwann gab es einmal eine Zeit, da herrschte ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass man Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion mit übelsten Beschimpfungen belegen darf. Und ich persönlich glaube, dass dieser damalige Konsens eine hart errungene kulturelle Leistung war, eine Lehre, die wir in Deutschland aus der Zeit gezogen haben, in der ein verbrecherisches Regime einen Weltkrieg vom Zaun brach und sechs Millionen Menschen allein aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ermordet worden sind. Aus dem daraus im Nachhinein resultierenden Entsetzen heraus konnte ein Umdenken einsetzen und meiner Überzeugung nach war das nicht nur eine oberflächliche Heuchelei, sondern tief in Herzen und Köpfen vieler verwurzelt. Wer sich „unbelehrbar“ und „ewig gestrig“ zeigte, war, zumindest meiner Wahrnehmung nach, in der Minderheit. Irgendwann ist das leider umgekippt – warum, wann, wie?? Vielleicht liegt es daran, dass sie Zeitzeugen von damals nach und nach wegsterben und keiner mehr authentisch von dem Grauen berichten kann? Und plötzlich „darf“ man mit Netz und sonstwo wieder ungestraft (meist anonym) hetzen, dürfen Politiker und Politikerinnen auf diesen Zug aufspringen, reden Hetzern das Wort, statt die in Schutz zu nehmen, gegen die diese Hetze gerichtet ist.

Diese Entwicklung macht mir ziemliche Sorgen. Was man dagegen tun kann, weiß ich auch nicht genau. Enger zusammenstehen. Gegenhalten – auch im Netz. Und nicht nur gegenhalten, sondern wie die Sternsinger Farbe bekennen. Als Kirche/Christen in der Gesellschaft wirklich erkennbar sein. Identität leben in einem guten Sinne. Für Überzeugungen einstehen.

Es wird ein harter Weg…

Geschützt: Wider Konsumterror und Abzocke

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