Bible Journaling

Seit kurzem habe ich Bible Journaling für mich entdeckt: Die Bibel auf kreative Art lesen. Den Bibeltext gestalten. Wer sich im Netz umsieht, findet inzwischen etliche Seiten, die sich mit Bible Journaling beschäftigen. Zum Beispiel http://www.bibelkreativ.de.

Witzig finde ich auch die Videos von Cat Woods auf Youtube. Die Amerikanerin tobt sich in ihren Bibeln (auch keine Journaling-Bibeln, sondern ganz normale) dermaßen aus, dass ich nur mit offenem Mund davorsitze und denke: „DAS alles kann man mit einer Bibel machen?!?“ Und, Bemerkung am Rande, wenn ich gefühlt 38 Bibeln besitze – diese Frau toppt mich vermutlich um ein paar hundert Exemplare.

Im Grunde geht es darum, die Bibel zu einer Art geistlichem Tagebuch zu machen. Randbemerkungen schreiben. Einzelne Worte oder Verse kreativ im Buch selbst umsetzen. Es gibt spezielle Bibeln, die einen breiten Rand haben und die extra dafür gedruckt wurden. Ich nehme einfach eine meiner ohnehin vorhandenen gefühlt 38 Bibeln – und irgendwie finde ich, dass es auch einen ganz eigenen Charme hat, für das Journaling eine gewöhnliche Bibel zu nutzen.

Das sieht dann z.B. so aus:

Bible Journaling zu 2. Timotheus 1,7-10
Bible Journaling zu Sprüche 8

Ich lese die Texte, die mein momentanes „Andachtsbuch“ – das Heft von „Our daily Bread“ – für den Tag vorschlägt. Ich werde still und bete. Wenn mich ein Wort oder Vers so richtig packt, dann werde ich kreativ: Ich hebe ihn farblich hervor. Ich schreibe eigene Gedanken oder kurze Gebete an den Seitenrand. Manchmal zeichne ich etwas dazu. Oder klebe etwas in die Bibel, etwa kurze Texte, Fotos, Ausrisse aus Zeitschriften etc. Man kann dazu im Netz inzwischen tolle und ausgeklügelte Anleitungen finden und jede Menge Material bestellen. Ich benutze einfach, was ich sowieso habe und halte die Augen offen, wo mir etwas Interessantes begegnet, was ich dann integrieren kann. Zuletzt schreibe ich das Datum an den Seitenrand.

Halleluja….

Für mich ist das eine tolle Art, gleichzeitig die Bibel zu lesen, zu beten und ein geistliches Tagebuch zu führen. Ich glaube, ich werde dabei bleiben – und vielleicht dazu übergehen, jedes Jahr eine neue Bibel dafür zu verwenden.

Das, was ich da mache, ist meine persönliche Andacht und mein subjektiver kreativer Zugang zu Heiligen Schrift.

Wichtig ist mir dabei, dass meine Journaling-Bibel nur eine von mehreren ist. Deshalb kann es auch mal vorkommen, dass ein Teil der Seite unleserlich wird, wenn ich z.B. etwas hineinklebe, was sich auf einen anderen Teil der Seite bezieht. Ich finde das deshalb legitim, weil ich ja jederzeit in einer anderen Bibel nachlesen kann, was da steht. Wenn ich z.B. Bibelauslegungen fürs Wochenblatt oder bald wieder Predigten vorbereite, verwende ich dafür sowieso eine andere Bibel.

Hinweisen möchte ich noch auf http://www.unsertaeglichbrot.org. Ich verwende das dreimonatlich erscheinende Andachtsheft seit kurzem anstelle der „Losungen“. Für jeden Tag werden zwei Bibeltexte zur Lektüre vorgeschlagen, zu einem der beiden ist jeweils noch eine ganz kurze Andacht mit abgedruckt, die ich meistens wirklich inspirierend finde.

Man kann das Heft gratis gegen Spende abonnieren oder sich die Texte täglich per Mail zusenden lassen. In der Mail-Version bekommt man sogar noch jeden Tag eine Audio-Datei mit dem Text der Andacht.

Im Vordergrund: Das aufgeschlagene Heft von Unser täglich Brot.