Das Licht scheint in der Dunkelheit und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen

Wenn ich an der FAKS angehende Erzieher/innen unterrichte, geht es auch immer darum, die Studierenden zu spirituellen Erfahrungen zu ermutigen, anfangs mit viel Anleitung, mit der Zeit hoffentlich mit immer weniger. Im Unterricht haben wir über Weihnachten gesprochen, das Fest des Lichtes. Im Zuge dessen kam mir die Idee, mit den Studierenden gemeimsam ein Ritual zu erleben, das den Vers im Johannesevangelium vom Licht, das in der Dunkelheit scheint, erlebbar macht. Vor allem in der einen der beiden Klassen gab es hinterher mit einigen Studierenden tiefe Gespräche. Die Dunkelheit wird gerade von manchen sehr konkret erlebt: Angehörige sind schwer krank, liebe Menschen sind gestorben. Ein Licht für sie anzuzünden war, so das Feedback, wohltuend.

Hier ist der Ablauf der Einheit. Ich denke, man kann sie so oder ähnlich mit jungen Erwachsenen oder auch Gemeindegruppen durchführen.

Benötigt: Bibel, Tuch/Tücher, 1 große Kerze, Bild Krippe, bzw. Marienikone, bzw. Krippe und Jesuskind, Stifte, Karten, Teelichter, evtl. Klangschale als Anfangs- und Endsignal.

Vorbereitung: Stuhlkreis. In er Mitte großes Tuch oder Decke in dunkler Farbe.

Teilnehmer setzen sich in den Kreis. Klangschale.

L Liest langsam Johannes 1, währenddessen wird das Mittebild ergänzt.

Am Anfang war das Wort.

Bei Johannes 1 aufgeschlagene Bibel in die Mitte legen

Das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. ER, das Wort, war am Anfang bei Gott. Durch Ihn wurde alles geschaffen. Es gibt nichts, was Er, das Wort, nicht erschaffen hat. Das Leben selbst war in Ihm, und dieses Leben schenkt allen Menschen Licht. Das Licht scheint in der Dunkelheit und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen.

Große Kerze anzünden und in die Mitte stellen. Etwas Stille halten.

Doch obwohl die Welt durch ihn erschaffen wurde, erkannte die Welt ihn nicht. Er kam in die Welt, die ihm gehört, aber die Welt nahm ihn nicht auf. All denen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen glaubten, gab er das Recht, Gottes Kinder zu werden.

Er, der das Wort ist wurde Mensch.

Krippenfigur des Christuskindes oder eine Marienikone /Maria mit Kind) neben die Kerze legen.

Er lebte unter uns. Er war voller Liebe und Wahrheit. Wir wurden Zeugen seiner Herrlichkeit, die Gott, der Vater, Ihm, seinem einzigen Sohn, gegeben hat.

Niemand hat Gott je gesehen. Doch sein einziger Sohn, der selbst Gott ist, ist dem Herzen des Vaters ganz nahe. Er hat uns von ihm erzählt.

Jesus wird hier das Licht der Welt genannt. Ein Licht, das auch die Finsternis nicht auslöschen kann.

Wir wissen, wie sein Leben weiterging. Er ist bei seinen Eltern aufgewachsen, hat wahrscheinlich den Beruf seines Vaters erlernt, und irgendwann hat er den Ruf Gottes gehört und begonnen, von Gott zu erzählen. Für seine Freunde war er wie ein Licht in der Dunkelheit, aber nicht alle konnten oder wollten ihn so sehen.

Manche haben ihn angenommen, andere haben ihn abgelehnt. Jesus hat erlebt, was Dunkelheit ist. Verrat, Verfolgung, Tod. Er kennt das alles, weil er Mensch geworden ist. Ein Mensch wie Sie und ich.

Vielleicht erleben auch Sie gerade eine Dunkelheit. Oder sie kennen jemandem, dem Sie von Herzen ein Licht wünschen. Wärme, Hoffnung, Heilung.

Wenn Sie möchten, dann schreiben Sie seinen oder ihren Namen auf eine der Karten, vielleicht mit einem guten Wunsch. Anschließend können Sie die Karte hier in die Mitte zu dem Licht legen, ein Teelicht anzünden und an den Menschen denken, dem Sie ein Licht wünschen.

(Kurze Stille, SuS schreiben und legen die Karten und Teelichter in die Mitte.)

Wer möchte etwas sagen, mit uns teilen, an wen er oder Sie gedacht hat?

(Einige Studierende erzählten daraufhin, was sie bewegt, die anderen hörten tatsächlich sehr teilnehmend zu. Solidarität war deutlich spürbar.)

Kurzes freies Gebet (L)

Lied: Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg

Klangschale

2 Kommentare zu „Das Licht scheint in der Dunkelheit und die Dunkelheit konnte es nicht auslöschen

  1. Ich finde es toll, dass du im Unterricht nicht nur Wissen vermittelst, sondern auch spirituelle Rituale machst. Und weil das ja angehende Lehrer:innen sind, könnten sie vielleicht später auch Multiplikatoren werden.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s