Nehme momentan leider keine Aufträge an!

Liebe Besucher und Besucherinnen dieser Seite,

es freut mich jedes mal, wenn Interessenten an meiner Arbeit anrufen, um sich über freie Taufen oder Trauungen zu informieren. Das mache ich normalerweise auch gerne und mit Herzblut. Bis auf weiteres kann ich leider keine Aufträge entgegen nehmen, da ich gesundheitlich stark angeschlagen bin und nicht weiß, wie sich bei mir die nächsten Wochen und Monate gestalten.

Schauen Sie trotzdem gern immer wieder rein, wenn sich an der Situation etwas ändert, wird dieser Eintrag von der Seite verschwinden! Alles Gute für Sie.

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Demokratie in Bewegung (DiB)

Die Bundestagswahl naht in großen Schritten. Frau Merkel und Herr Schulz dümpelten im TV-„Duell“ (das im Grunde keins war) umeinander herum, im „Fünfkampf“ der „Kleinen Parteien“ ging es mächtig zur Sache und immer noch wissen viele nicht, was sie denn um Gottes willen wählen sollen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei den letzten Wahlen habe ich mich oft für das aus meiner Sicht „kleinere Übel“ entschieden. Also irgend etwas im rotgrünen Farbspektrum. Weil man ja wählen muss (sonst überlässt man das Feld den Falschen) und natürlich auch ein bisschen aus Überzeugung (CDU/CSU war´s zumindest noch nie).

Dieses Jahr hatte ich etwas mehr Zeit, um mich auf die Wahl vorzubereiten. Also besuchte ich eine Wahlkampfveranstaltung der CSU (die mich darin bestärkte, sie auch diesmal nicht zu wählen), diskutierte in der Fußgängerzone mit einem Grünen, quälte mich durch das Parteiprogramm der Linken (gut und nützlich zu lesen) und klickte mich durch den Wahlomat.  Wenig überraschend das Ergebnis. Halt wieder irgendwas im rotgrünen Farbspektrum.

Dann wurde ich durch einen Freund und Kollegen auf Facebook auf etwas aufmerksam, das sofort mein Interesse weckte. Da hat sich offenbar eine neue kleine Partei gebildet, mit dem schönen Namen Demokratie in Bewegung (DiB), die, so mein Freund, angetreten ist, um alles noch mal ganz anders zu machen.

Das wirklich Neue, das mich sofort ansprach, ist das wirklich basisdemokratische Grundkonzept dieser neuen Partei. Wirklich jeder und jede kann, wenn er/sie sich einen Account anlegt, online (und natürlich auch im echten Leben) mitdiskutieren und mitbestimmen, welche Themen z.B. auf Parteitagen zur Debatte stehen, welche Prioritäten gesetzt werden, was in die politische Diskussion eingebracht werden soll, etc.

Es gibt lediglich einige wenige einfache ethische Grundlinien, auf die sich die Partei als ganze geeinigt hat und an denen auch nicht zu rütteln ist. Diese sind in einem Ethik-Kodex zusammengefasst und gelten verbindlich.

Wichtig ist auch, dass man nicht Parteimitglied werden muss, um sich bei DiB zu engagieren. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann Vorschläge oder Initiativen einbringen. Diese werden, wenn sie eine bestimmte Zahl an Unterstützern finden, diskutiert und beschlossen.

Eins der besten Argumente für DiB ist für mich, dass sie sich entschieden gegen jede Form von Lobbyismus wendet und auch Konzernspenden für die Partei abgelehnt werden.

Ich könnte noch viel schreiben. Am besten, ihr seht euch die Website von DiB mal selber an. Auch auf Facebook sind sie vertreten.

Für mich jedenfalls stand ziemlich schnell fest, dass ich dieser (noch) kleinen, aber endlich mal wirklich innovativen Partei eine Chance geben will. Ich habe sie (per Briefwahl) mit meiner Zweitstimme gewählt. Ob sie sich etablieren wird – mal sehen, ich hoffe es.

LEIDER ist die DiB bis jetzt nicht in jedem Bundesland wählbar – also mal nachschauen, ob es bei euch geht oder nicht. Aber was nicht ist, kann ja bei der nächsten Wahl noch werden.

DiB

 

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Bekenntnisse einer Unsportlichen

Ich bin unsportlich. Ich war es schon immer. Wie wird man unsportlich? Indem man zu dick ist, um Sport zu treiben? Mitnichten. Ich war als Kind und lange Zeit als Erwachsene durchaus nicht dick, sondern im Bereich des Normal-, bzw. sogar Idealgewichts. Unsportlich war ich trotzdem. Und die Art, wie in der Schule Sport unterrichtet wurde, trug mitnichten dazu bei, in irgendeiner Form Freude an Bewegung zu fördern. Meine These ist, dass Unsportliche gerade durch den Schulsport noch unsportlicher werden, weil sie durch die ständigen Demütigungen und das Vorgeführt werden bei Bundesjugendspielen und ähnlichem Scheiß beginnen, Sport zu hassen. Die Freude an der Bewegung geht völlig verloren, wenn man als sportlicher wenig begabter Schüler Woche für Woche 90 Minuten lang der Fleischbeschau im Sportunterricht ausgesetzt wird. Damals wurden Jungs und Mädchen zum Glück noch wenigstens getrennt unterrichtet. Ich mag mir nicht ausdenken, wie es für unsportliche Kinder und Jugendliche heute ist, wenn man nicht nur vom eigenen Geschlecht, sondern auch noch vom anderen beobachtet wird.

Freude an Bewegung war mir, dank Schulsport, erst mal für Jahre und Jahrzehnte gründlich vermiest. Allerdings bin ich immer gern gewandert. Bewegung in der Natur ohne den Druck, sich vor anderen profilieren zu müssen, tat mir gut (hätte ich allerdings nie unter dem Begriff „Sport“ verortet).

Erst ganz allmählich entdecke ich, dass ich z.B. gern schwimme. Aber niemals mit dem Hintergedanken, schneller oder besser als andere schwimmen zu wollen, sondern weil die Bewegung im Wasser sich halt gut anfühlt. Irgendeiner Gruppe werde ich da allerdings nie beitreten. Bewegung in der Gruppe ist nicht meins. Ich will, wenn ich mich bewege, mein Ding machen, denn dann ist es egal, wie schnell oder fit andere sind. Ich kann mich auf mich konzentrieren.

Warum ich das alles schreibe? Vielleicht auch als Botschaft der Solidarität mit und für alle anderen, denen die Bewegungsfreude dank Schulsport versaut wurde oder versaut wird. Ich schätze, davon gibt es in jeder Klasse mindestens zwei oder drei Kinder und Jugendliche.

Und als Ermutigung an alle, es trotzdem mal zu versuchen – in aller Ruhe. Freude an Bewegung hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was ihr in der Schule früher als „Sport“ kennengelernt habt.

Mein momentanes Ziel ist es, in etwa einem Jahr in Coburg beim so genannten Vestelauf über 10 km mitzulaufen. Meine Helden und leuchtenden Vorbilder sind aber nicht die Läufer, die nach 30 oder 40 Minuten durch Ziel zischen. Sondern die Gruppe der „Finisher“, die es in 1 Stunde 40 Minuten geschafft haben. Denn schließlich geht es um Bewegungsfreude, und nicht um Wettbewerb.

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Wiederbegegnung mit Franziskus

Tau

Seit einigen Wochen meldet sich mit Macht jemand zurück, an den ich lange nicht gedacht habe: Der Heilige Franziskus von Assisi. Vor über 20 Jahren waren es Gebete und Texte des Franziskus, die mich tief berührt haben beim Hineinfinden in den christlichen Glauben.

Im Studium habe ich mindestens zwei Seminare über Franziskus und die Armutsbewegung im Mittelalter belegt. Im Examen war das Thema „Franziskus und die Armutsbewegung im Mittelalter“ eines meiner Schwerpunktthemen.

Den Franziskus-Roman von Nikos Katzanzakis („Mein Franz von Assisi“) habe ich geradezu verschlungen.

Den Sonnengesang konnte ich lange auswendig.

Dann habe ich lange nicht an ihn gedacht…warum? Wieso? Vielleicht weil ich als evangelische Pfarrerin innerlich irgendwie etwas weiter weg war von dieser Art der spirituellen Suche?

Nun, da ich mit einer halben Stelle im Altenheim arbeite, recht dürftig bezahlt und umgeben von gebrechlichen Menschen, kehrt er in mein Leben zurück. Ich hole das zerlesene Büchlein mit franziskanischen Texten wieder heraus. Ich suche Kontakt zur franziskanischen Gemeinschaft. Ich buchstabiere die Botschaft des Heiligen Franziskus neu. Die täte der Welt gut, und wahrscheinlich auch mir.

Pax et Bonum.

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Fronleichnam 2017

Und wieder ist Fronleichnam. Warum „und wieder“? Weil dieser Tag für mich einen Einschnitt markiert. An Fronleichnam vor zwei Jahren habe ich den Menschen kennengelernt, mit dem ich heute mein Leben teile. Damals wusste ich das noch nicht.

Fronleichnam vor einem Jahr liefen wir in der Prozession schon nebeneinander und hielten uns an der Hand. Fronleichnam dieses Jahr wohnen wir zusammen.

Deshalb „und wieder ist Fronleichnam“. Natürlich sind wir auch dieses Jahr wieder mitgelaufen, wie auch im letzten Jahr bei strahlender Sonne, mit einem Großteil der Katholiken dieser Stadt, aber auch mit vielen ökumenischen Gästen, was diesmal einfach besonders und bewegend war. Christsein geht heute nicht mehr isoliert und sauber nach Konfessionen sortiert. Es sind verschiedene Traditionen, es sind verschiedene Lehrmeinungen, aber es ist die eine Kirche, die Christus durch die Zeit trägt, hin zu den Menschen, so, wie der Priester an Fronleichnam die Monstranz vor sich her trägt, und die von Christus durch die Zeit getragen wird.

Fronleichnam heißt „Leib des Herrn“. Der Leib des Herrn, der in seiner Kirche und im Brot des Abendmahls/der Eucharistie präsent ist. Man kann das eine nicht vom anderen trennen. Und ich bin wirklich froh und dankbar, dass im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 nicht mehr das Trennende der Konfessionen im Mittelpunkt steht, sondern das Verbindende. Dass es heute ohne weiteres möglich ist, dass der evangelische Oberbürgermeister zu Fronleichnam ein Grußwort spricht und eine der Gottesdienststationen vor der evangelischen Hauptkirche platziert sein kann. Das alles war vor 100 oder sogar noch vor 50 Jahren undenkbar.

Möge es so weitergehen.

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Wahrhaft spirituell

Der wahre Grad der spirituellen Weiterentwicklung erweist sich nicht beim Beten in der Kirchenbank oder im erleuchteten Meditieren. Sondern viel eher:

  • in nervigen Alltagsbegegnungen
  • im Umgang mit lästigen Umständen und Menschen
  • und beim Einrichten der supertollen nagelneuen Fritz!Box gemeinsam mit dem Partner

Hier lernen wir wahre Demut. Hier zeigt sich der echte Grad der eigenen Erleuchtung. Beziehungsweise der eigene Entwicklungsbedarf auf dem Pfad der Heiligung.

Für euch getestet.

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Zynismus oder warum ich 2017 keine der bislang regierenden Parteien wählen werde

Seit gestern ist bei mir in der Frage, wen oder was ich denn um Himmels Willen im September bei der Bundestagswahl wählen soll, ein Schalter umgelegt und eine Weiche gestellt. Eine der beiden großen „Volksparteien“ wird es jedenfalls nicht sein. (Wobei für mich als in Bayern Lebende erschwerend hinzukommt, dass ich die CDU ja eh nicht wählen könnte, und ehe ich CSU wähle, fault mir eher die rechte Hand ab.)

Da stellt sich der Bundesinnenminister nach einem grauenvollen Anschlag in Kabul mit vielen Toten und Verletzten tatsächlich hin und sagt, dass die Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan erst mal nicht stattfindet. Aber nicht aus humanitären Gründen, sondern weil die Botschaftsangehörigen in Kabul momentan anderes zu tun haben.

Um es gleich zu sagen: Ich habe größten Respekt vor allen Landsleuten, die derzeit in Afghanistan irgendeinen Dienst versehen. Der Unterschied zu den Flüchtlingen, die abgeschoben werden sollen, besteht aber darin, dass alle Deutschen, die sich momentan aus ehrenwerten Gründen in diesem Land aufhalten, dies freiwillig tun, mit der Option, das Land auch wieder zu verlassen. Wer sich beispielsweise als Berufssoldat verpflichtet, der weiß doch bevor er diesen Dienst antritt, dass er auch in ein Land wie Afghanistan entsandt werden kann. Er wird ausgebildet und ist bewaffnet. Das gilt für afghanische Zivilisten eben nicht.

Und als ob jene Aussage des Bundesinnenministers nicht genug wäre, folgt noch der Hinweis, dass ja auch Paris, Berlin oder Manchester derzeit nicht sicher sind. Also, so die Folgerung, kann man ja auch gleich abschieben.

Geht´s noch? Und was sagt der „Juniorpartner“ in dieser GroKo dazu? Irgendwie ziemlich wenig, oder hat jemand etwas gehört?

Große Hochachtung vor den Nürnberger Berufsschülern, die gestern leider vergeblich versuchten, einen afghanischen Mitschüler vor dem Zugriff der Polizei und anschließender Abschiebung zu schützen. Dass man junge Leute, die bestens integriert sind, fleißig und leistungsbereit, jetzt schon zwecks Abschiebung aus der Schulbank holt scheint nun auch „Mode“ zu werden in deutschen Landen.

Meine Stimme 2017 wird einer Partei gehören, die sich klar und offen gegen eine solche Politik stellt. Eigentlich bin ich ein wertkonservativer Mensch. Aber wenn die C-Parteien und auch die SPD genau die Werte verraten, für die sie eigentlich stehen, nämlich christliche Nächstenliebe und mitmenschliches, soziales Verhalten, dann sind sie für mich nicht mehr wählbar.

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Warten auf den Heiligen Geist…

Kommender Sonntag ist schon Pfingsten. Vom Kirchenjahr her befinden wir uns in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt (Jesus ist weg, Abschied, Unsicherheit, Trauer) und der Aussendung des Heiligen Geistes (neue Glaubensstärke, Öffnung der kleinen christlichen Gemeinde für neue Menschen aus aller Herren Länder, Begeisterung, neue Berufungen zu neuen Aufgaben). Und irgendwie geht es mir grade auch wieder so.

Zwar trabe ich brav meine 20 Stunden pro Woche als Demenzbetreuerin ins Altenheim und theologisiere so frei vor mich hin (was wirklich schön ist). Habe aber auch irgendwie das Gefühl: Das ist noch nicht die Endstation. Irgendwas wartet auf mich. Neue Klarheit, vielleicht neue Aufgaben, ob nun in irgendeinem wie auch immer gearteten kirchlichen Dienst, oder nicht.

Übers Knie brechen werde ich diesmal aber nichts. Ich tue den Dienst, den ich eben im Moment tue und warte auf größere Klarheit.

Ob ich es bereue, aus dem kirchlichen Dienst ausgestiegen zu sein? Nein. Ich glaube, es gibt bei solchen Fragen kein Richtig und kein Falsch. Es war schon deshalb kein Irrweg, weil erst der Ausstieg aus dem Pfarrberuf mir die Zufriedenheit im Privatleben ermöglicht hat, die ich momentan genieße. Wäre ich nicht ausgestiegen, säße ich vermutlich immer noch mutterseelenalleine in einem viel zu großen Pfarrhaus.

Jetzt braucht es halt noch die Klarheit, wo ich beruflich langfristig landen kann. Pfarramt jedenfalls nicht mehr. Also: Warten auf zündende Ideen, neue Klarheit und sich öffnende Türen.

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#twomplet – Beten in 140 Zeichen

Heute habe ich zum ersten mal seit langem mal wieder die Ehre, die #Twomplet vorzubeten. Über die Twomplet wurde schon viel geschrieben, aber noch nicht von allen. Was ist die Twomplet? Das Wort setzt sich zusammen aus Twitter und Komplet. Was Twitter ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Was die Komplet ist, eher weniger. Mit dem Begriff Komplet bezeichnet man das Nachtgebet der Kirche. Die Komplet ist eine der drei wichtigen klösterlichen Gebetszeiten. Die Laudes (Lobgebet) ist das Morgengebet, meist um 6 oder 7 Uhr morgens gebetet. Die Vesper ist das Abendgebet (meist um 17 Uhr gebetet markiert sie das Ende des aktiven Teils des Tages). Die Komplet schließt den Tag ab. Man legt den Tag zurück in Gottes Hand, bittet um Vergebung für alles, was an diesem Tag nicht rund lief, um eine gesegnete Nachtruhe und Schutz leiblichen und geistigen Gefahren in dieser Nacht.

Soweit zur Bedeutung der Komplet im Allgemeinen. Die #Twomplet gibt es seit 2014 und seit dem findet sie jeden Abend um 21 Uhr im Netz statt, und zwar natürlich auf Twitter. Christen unterschiedlichster Prägung beteiligen sich daran. Jeden Abend gibt es einen Vorbeter. Damit es kein Durcheinander gibt, gibt es einen Doodle, in den man sich vorab einträgt.

Der Vorbeter gibt in kurzen prägnanten Sätzen (Tweets) die Grundlinie vor und verlinkt z.B. auf Videos bei YouTube (Glockenläuten, Lieder, etc.) – die Gemeinde beteiligt sich, indem sie unter dem Hashtag #Twomplet Fürbitten twittert oder einfach still mitliest.

Das mag für die nicht-twitternde Welt erstmal seltsam klingen. Aber der „Erfolg“ des Projektes und die ernste Anteilnahme vieler Menschen, die seit Jahren die Twomplet verfolgen oder sich aktiv einbringen zeigt, dass hier längst eine neue Form der geistlichen Gemeinschaft entstanden ist. Unkompliziert, ökumenisch, niederschwellig und doch tiefgründig.

Dass die #Twomplet Menschen „trägt“, merkt man zum Beispiel dann, wenn es wieder einmal irgendwo auf der Welt einen schlimmen Anschlag gab. In der Twomplet wird darauf immer eingegangen und gerade an solchen Abenden merkt man, dass sie länger dauert als sonst, dass sich mehr Menschen einbringen oder mitlesen.

Wer es einmal ausprobieren möchte, ob aktiv oder als stiller Mitleser: Jeden Abend um 21 Uhr. Ort: Weltweit. Auf Twitter und @twomplet bzw. #twomplet.

Man liest sich…

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Multikulturelle Hochzeiten

In letzter Zeit hatte ich zwei Anfragen für freie Trauungen, die etwas „anders“ sind, als es freie Trauungen ohnehin schon sind. Und zwar deshalb, weil Braut und Bräutigam aus zwei unterschiedlichen Kulturkreisen und Religionen stammen. Bei dem einen Paar ist „er“ Muslim und sie evangelische Christin, aber beide nicht oder wenig praktizierend. Bei dem anderen Paar ist es umgekehrt, „sie“ ist Muslima und „er“ ist evangelischer Christ.

Hochzeiten wie diese haben besondere Herausforderungen, aber auch einen besonderen Reiz. Wenn es gut geht, dann demonstriert so ein Brautpaar im Kleinen, was eigentlich auf der ganzen Welt im interkulturellen Miteinander selbstverständlich sein sollte: Dass Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion sich einander mit Respekt und Liebe begegnen können, voneinander lernen, einander wertschätzen, das Gemeinsame stärken. Auch für die Familien der Braut und des Bräutigams kann es eine großer Erweiterung des eigenen Horizontes bedeuten zu erleben, wie der eigene Familienkreis um eine zunächst unbekannte Kultur erweitert und bereichert wird.

Für die Zeremonie selbst ist viel Fingerspitzengefühl gefragt, jeweils die Elemente aufzunehmen, die in der jeweiligen Kultur wichtig sind. Oder, wie es sich eins der Paare wünscht, eben aus Gründen der Gleichberechtigung in der Trauzeremonie bewusst auf religiöse Texte, Gebete, etc, zu verzichten und stattdessen die Liebesgeschichte des Paares und die Würdigung der jeweiligen Familien in den Mittelpunkt zu stellen.

Falls beide einverstanden wären und es keinen Unfrieden in den Familien stiftet, wäre es aber genauso denkbar, wichtige Texte der jeweiligen Religion (z.B. Vaterunser oder 1. Sure) in die Zeremonie einzubinden. Wichtig ist, dass möglichst niemand das Gefühl hat, „zwangsweise“ für irgendetwas vereinnahmt zu werden.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich außer kirchlich geprägten und völlig säkularen Brautpaaren nun auch zwei Paare begleiten darf, die aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen stammen. Letztlich sind sich wohl alle Religionen darin einig, dass die Liebe von Gott kommt. Schön, wenn zwei junge Menschen über die kulturellen Grenzen zueinander finden und einander versprechen, ihren Lebensweg gemeinsam zu gehen.

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