Erster Tag an meiner neuen Arbeitsstelle (September 2021)

Täglicher Schreibanreiz
Erzähle uns von deinem ersten Tag – in der Schule, an der Arbeit, als Elternteil usw.

Es gab viele erste Male, an die ich mich erinnere. Auch tiefere, schwerere, freudigere, traurigere als diesen. Im September 2021 habe ich nach fast sieben Jahren ohne Arbeit, bzw. ohne bezahlte Arbeit, als Lehrkraft für Religionspädagogik an eine berufsbildenden Schule angefangen. Etwas nervös war ich. Ich war ja, manche erinnern sich, lange krank gewesen, raus katapultiert aus buchstäblich allem. Danach oder noch währenddessen drei Jahre in Elternzeit. Würde ich das schaffen? Zum Glück erstmal nur mit wenigen Stunden. Ich war sehr froh über diese Chance.

Zu Beginn der Anfangskonferenz, gegen Ende der Sommerferien, versammelte sich der komplette Lehrkörper – so um die 60 Personen, schätze ich – im Innenhof, die Schulleiterin hatte neben sich einen Strauß mit langstieligen Rosen stehen. Dann wurden wir Neuen begrüßt und beklatscht, bekamen eine Rose und sollten uns vorstellen! – Urggs. Ich hatte keine Ahnung, was ich groß erzählen soll, also sagte ich einfach meinen Namen und erntete einen Lacher bei der Klarstellung: „Maag, wie Kaffee Haag, nur mit M. Oder wie ich mag heute nicht, nur mit zwei a.“ Dann stakste ich zurück auf meinen Platz.

Das war der Beginn einer bis heute richtig guten Sache. Ich unterrichte mit wachsender Lockerheit und Begeisterung (manchmal kann es auch zäh sein, aber meistens ist es schön). Ich bin in eine neue Rolle hineingewachsen, die ich in dieser Form so vorher nicht kannte, denn berufsbildende Schule war Neuland. Und ich hoffe und bete, dass ich auf dieser Stelle jetzt bis zum Ruhestand bleiben kann.

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