Maria

Parker Fitzgerald: Madonna mit Kind

Mariastrong

Vor einiger Zeit begegnete mir dieses Bild auf Twitter und ich war sofort fasziniert. Ich weiß weder etwas über den Künstler Parker Fitzgerald, noch weiß ich, wie groß dieses Gemälde im Original ist. Aber ich sah es und war sofort fasziniert.

Ich liebe es ja sowieso religiöse Kunst unterschiedlicher Epochen zu betrachten. Nicht nur aus Gründen der Ästhetik, sondern vor allem wegen der Botschaft, die durch die Bilder oder Skulpturen transportiert wird.

An dieser Madonna beeindrucken mich mehrere Dinge.

Zum einen die starke und souveräne Ausstrahlung der blutjungen Maria. Im Gegensatz zu manchen Kitschbildern lächelt sie nicht wonnevoll, sondern sie schaut den Betrachter an, ohne zu lächeln. Dabei trotzdem irgendwie entspannt. Und als ob sie bereit wäre, jedem sofort eins über die Rübe zu hauen, der sich ihrem Kind in schlechter Absicht nähert.

Dann das Jesuskind selber. In fast allen Madonnendarstellungen ist das Kind wach und tut bereits irgendetwas, das ihn als den kommenden Messias klar erkennen lässt. Er segnet die Betrachter. Oder er hat die Arme ausgebreitet, wie später am Kreuz. Oder er wirkt bereits wie ein kleiner Erwachsener.

Hier ist Jesus schlicht und einfach als schlafendes Baby dargestellt. Er darf Kind sein. Er darf sich von Maria beschützen lassen, ohne dass ihm bereits das Leid der Welt an der Krippe gesungen wird.

Das alles ist ungewöhnlich. Es bricht mit den klassischen Madonnenbildern. Zugleich aber auch deutliche Reminiszenzen an diese: Heiligenscheine, goldener Hintergrund, Maria gehüllt in die königlichen Farben rot und blau, Engel. (Die übrigens auch keine lieblichen Putten sind, sondern beinahe grimmige bewaffnete Gestalten.)

Was steckt nicht alles drin an spiritueller und theologischem Gehalt! Zum Beispiel dass Jesus wirklich und wahrhaftig wahrer Mensch war – als Kind einfach auch mal im Arm seiner Mutter schlafen konnte, die ihn beschützt und auf ihn aufgepasst hat. Zugleich die königliche Aura – Maria, Himmelskönigin. Na gut, das ist nun ein katholisches Bild. Aber in dieser majestätischen Würde irgendwie unmittelbar einleuchtend.

Ich werde es wohl noch öfter betrachten und immer neue Dinge entdecken. Was der Künstler wohl mit den drachenähnlichen Fabelwesen im Mantel von Maria gemeint hat? Leider habe ich im ganzen Netz bisher keine Beschreibung dazu gefunden. Aber ich bleibe dran.

8 Kommentare zu „Maria

    1. Was mir noch einfällt, ist die Offenbarung des Johannes, da steht der Drache für den Widersacher, der „Die Frau, die gebären soll“ verfolgt – letztlich wird er besiegt. vielleicht sind die Drachenbilder auf dem Mantel ein Symbol dafür, dass die Kraft des Drachen nun dem Guten dient…oder so ähnlich.

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