Der heutige Gründonnerstag war für mich ein guter Tag, mich von meinem einsamen Perfektionismus ein Stück weit zu verabschieden. Normalerweise gestalte ich in der Karwoche immer eine Osterkerze. Und zwar dann, wenn das Kind schläft, ich meine Ruhe habe und mir keine übereifrigen Kinderhände meine mühsam aus den Wachsplatten geschnittenen Motive verhunzen. Heuer hab ich lang überlegt, ob es überhaupt eine neue Osterkerze gibt. Die alte hat kaum gebrannt. Also schnell eine frische Jahreszahl drauf und gut ist.
War aber irgendwie unbefriedigend.
Okay. Probieren wir es mal als Teamwork mit dem Kind. Die Theologin in mir weigert sich hartnäckig, auf eine Osterkerze einen Osterhasen zu pappen.
Eine milde Stimme aber spricht in meinem Herzen: Lass doch mal deinen Sohn gestalten, was er drauf will.
Okay.
„Korbi, möchtest du auf der Osterkerze lieber einen Hasen, oder lieber ein Kreuz wegen Jesus?“
„Beides“, sagt er prompt.
Und so wurde es.
Ich präsentiere stolz unsere neue Osterkerze.
Alles mit dem Messer ausgeschnittene sowie die goldenen Strahlen rund ums Kreuz sind von mir.
Alles andere einschließlich Farbwahl war mein Sohn.
Hasengesicht: Von mir. Weil die Flüssigwachsstifte gar so schmieren.
I love it!! Und sie wird hoffentlich öfter brennen als die vorige.



